Informatiktage 2006 - praxisorientierte Workshops statt Einzelvorträge

Das B-IT Center am Rhein
    • Themenzentrierte Workshops ersetzen die studentischen Kurzpräsentationen.
    • Die Themen werden frühzeitig festgelegt und kommuniziert, die Auswahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer findet themenzentriert statt.
    • Die Workshops werden von einem Team, bestehend aus mindestens einem Hochschullehrer sowie einem interessierten Unternehmen vorbereitet und moderiert. Idealerweise sollen 5-6 Workshops mit jeweils 10-12 Studierenden durchgeführt werden.

     

    Den Programmablauf finden Sie hier.

     

    Unter aktiver Beteiligung der Softwareindustrie gingen am 31. März und 1. April die Informatiktage 2006 in ihre siebte Runde. Seit 1999 wählen die Vertrauensdozentinnen und –dozenten der GI ihre besten Studierenden zur Teilnahme an der Nachwuchsveranstaltung aus. Den perfekten Rahmen für die Durchführung der Veranstaltung bot das B-IT Bonn-Aachen Center for Information Technology. In diesem Jahr wurden erstmals (vier) Workshops in Zusammenarbeit mit den Unternehmen Daimler Chrysler, Microsoft, sd&m und zeb information.technology angeboten. Ziel war, Problemlösungen aus dem betrieblichen Alltag kennen zu lernen und dabei gleichzeitig kooperative Arbeitsweisen zu erlernen, die nicht immer in den Lehrplänen der Hochschulen zu finden sind.

     

    Aber die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben nicht nur intensiv in den Workshops gearbeitet, es gab auch Raum für „Entspannung“ durch die eingeladenen Vorträge. Nicht nur das junge Publikum, auch die ca. 25 Hochschullehrer waren besonders begeistert vom Vortrag des Zukunftspreisträgers Harald Popp (Fraunhofer-Gesellschaft), der sich in seinem Multimedia-Vortrag mit der Zukunft der mp3 (und mehr)-Audiocodierung beschäftigte. Wer zuvor Pink Floyds „Money“ oder auch Beethovens Neunte noch nicht auf einer (5.1-)Surround-Anlage gehört hat, dürfte nach dem Vortrag Begehrlichkeiten nach einer neuen Musikanlage verspürt haben. Begehrlichkeiten konnte aber auch bei Popp geweckt werden: Er lud die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu Bewerbungen in seinem Team ein, wo aktuell gute Leute gesucht sind, die die Audiocodierung voranbringen können.

     

    Nicht ganz so entspannend, aber nicht minder erkenntnisreich war der Einführungsvortrag von Prof. Dr. Edgar Wingender über die Entwicklung der Bioinformatik. Kaum eine IT-Branche erscheint schillernder, innovativer und zukunftsträchtiger als die Bioinformatik. Wingender, der nicht nur an der Universität Göttingen lehrt, sondern gleichzeitig Vorstandsmitglied der biobase AG ist, kennt wie kaum ein Zweiter die Chancen und Perspektiven der Bioinformatik in Deutschland. Wingender konnte außerdem anschaulich die Anforderungen an die Informatikerinnen und Informatiker darstellen, die in der Branche Fuß fassen möchten.

     

    Wie nicht anders zu erwarten, verlief die sehr lebendige Diskussion über die Ausrichtung der Bachelor- und Masterstudiengänge im Fach Informatik – kontrovers! Prof. Dr. Werner Burhenne als Sprecher der Arbeitsgruppe, die die neuen GI-Empfehlungen für die Studiengänge erarbeitet haben, leitete die Diskussion ein. Besonders umstritten ist dabei die faktische Gleichsetzung von Abschlüssen der Hochschulen und der Fachhochschulen, wie es von der Kultusministerkonferenz gefordert wird. Dennoch nehmen sich die Hochschulen das Recht, Bachelor-Absolventen von Fachhochschulen nur nach Prüfung des Einzelfalls zum Masterstudium zu zulassen.

    Die Hauptvorträge finden Sie zum Herunterladen im Programmablauf.

     

    Wissenschaft meets Praxis

     

    Traditionell liefern die eingeladenen Hauptvorträge den Rahmen für die Informatiktage, zu denen in diesem Jahr 70 Studierende eingeladen wurden. Anders als in den Vorjahren, in denen jeder teilnehmende Studierende das Ergebnis seiner Forschungsarbeit präsentieren konnte, war nun aktive Teilnahme in einem der vier folgenden Workshops gefordert:

     

    • Softwarearchitekturen
    • Serviceorientierte Architekturen (SOA)
    • Infrastrukturen (Rechensysteme)
    • Business Intelligence/IT-Prozesse

     

    Die Workshopleitung teilte sich jeweils ein Vertreter der beteiligten Unternehmen und ein Hochschullehrer. In den Workshops wurden teilweise definierte Aufgaben gestellt und bearbeitet oder Workshopziele selbst erarbeitet und in Gruppenarbeiten umgesetzt. Bei fast allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurde dabei insbesondere der breite Rahmen für Teamarbeit, Kommunikation und zielorientierte Diskussion gewürdigt. So konnten sich auch die Unternehmensvertreter ein „ganzheitlicheres“ Bild der Leistungsfähigkeit unseres Informatiknachwuchses machen, als dies durch einstudierte Präsentationen möglich wäre. Die Ergebnisse der Workshops, die dann von den Studierenden in der Abschlusssession im Plenum vorgestellt wurden, waren jedenfalls hervorragend. Die GI wird an diesem Konzept weiterarbeiten und sicherlich für die Informatiktage 2007 entsprechende Verbesserungen umsetzen.

     

     

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